Freitag, 20. Juni 2008

Kampfregeln NEU

Sehr geehrte Vereinsvertreter!
Liebe Sportfreunde!

Am 25.5.2008 wurden von Vorstande des DKs neben der neuen Prüfungsordnung, auch neue Kampfregeln für die Kategorien Schüler D- A beschlossen.
Ziel des neuen Regelwerks ist es unsere Schüler so nah wie möglich an das internationale System heran zu führen, ohne dabei den Kampfablauf wesendlich zu verändern und alle bisherigen Regelwerke zu einem zu vereinen.

Weiters steht eine neue Gewichtsklassentabelle zur Verfügung welche eine Klasseneinteilung um einiges erleichtert und effizienter macht.

Sämtliche Änderungen für Schüler sind im Regelwerk rot hervorgehoben. Für alles andere greifen die internationalen Regeln.

Die Kampfregeln sind wie die Prüfungsordnung bereits gültig und werden ab sofort bei den Meisterschaften zur Anwendung gebracht.

Eine Schulung ist terminlich für Hintermoos angesetzt, ein weiterer für Ostösterreich wird noch bekannt gegeben. Natürlich sind alle Vereinsvertreter und Trainer herzlich dazu eingeladen.

Ein digitales Anzeigesystem ist zum Teil schon angeschafft worden und findet voraussichtlich planmäßig bei der Staatmeisterschaft seinen Einsatz.

Bis Ende des Jahres sollte mit diesen Schritten gewährleistet sein, unsere Meisterschaften auf höchstem internationalem Niveau veranstalten zu können.

Mit freundlichen Grüßen

Beisteiner Christian

7 Kommentare:

Franz Keindl hat gesagt…

Ich hätte ein paar Fragen zu den neuen Kampfregeln:
1) Betrifft Abschnitt 12b.4:
Schüler B haben nur 5 Sekunden Festhalterzeit??? Ist das nicht viel zu kurz???

2)Betrifft Abschnitt 12.c.4:
3 Punkte für Halten oder Würgen über 5 Sekunden???
Warum hier 3 Punkte und nicht 2Punkte??

3)Betrifft Abschnitt 13:
Gilt jetzt Mattenflucht als Befreiung oder absichtliches Berühren der Warnfläche?

4)Betrifft Abschnitt 13.14:
Überhaupt keine Hebel und Würger mehr für Schüler C und d???
Vorsicht in allen Ehren, aber es ganz zu streichen ist meiner Meinung nach ein Schwachsinn!!!

Bitte um Klärung dieser Punkte!!!

Danke!!

lg Franz

jjvö blogmaster hat gesagt…

ad1)
Festhalterzeit bei Schüler B beträgt 15 Sek. beschrieben im Punkt darüber.

ad2)
3 Punkte bei Würgern und Hebel, da dies auch international gegeben ist. Eine solche Technik über 5. Sek. ohne übermäßige Krafteinwirkung zu halten ist nicht einfach, da sich der Gegner wehrt.

ad3)
Mattenflucht gilt nicht als Befreiung. Wenn der festgehaltene Kämpfer die Matte verläßt, wird der Kampf unterbrochen und der Kämpfer bekommt, wenn ihn Absicht nachgewiesen werden kann einen Stafpunkt. Über 10 Sek. Festhaltezeit wird auch der Waza- ari gegeben.

ad4)
Keine Hebel und Würger bei Schüler C und D ist korrekt. Die Vorbeugung von Verletzungen ist hier aber nur nebensächlich aber dennoch gegeben. Hauptgrund für diesen Punkt ist vielmehr die Reaktion des gehebelten oder gewürgten Kämpfers, die in den meisten Fällen in Tränen endete und in diesen Altersklassen oft dazu führte, dass die Kämpfer nicht mehr aus feiem Willen an Meisterschaften teilnahmen. Reaktion der Betreuer war: "Na nehmen wir ihn/sie für diesen Kampf raus beim nächsten gehts dann schon wieder" = KR alt: Kampf endet beim jeweiligen Punktestand.
Dies ist nicht mehr möglich, da es einen solchen Punkt nicht mehr gibt. KR neu= Sieg des anderen Kämpfers durch Aufgabe.

Franz hat gesagt…

Wann breche ich dann den Festhalter ab nach 5 Sek. oder nach 15 Sek.!
Hier widersprechen sich nämlich die Regeln:
15 Sek. Festhalter = Ippon 3 Part
5 Sek. Festhalten bzw Würgen = ???
Entweder 2 Punkte oder 3 Punkte oder???

und das mit der Mattenflcuht sollte in den
Regeln explizit stehen, weil es bei großen Turnieren mal so und so ist!

Aber Hintermoos ist eh bald, da werden sicher alle Fragen geklärt werden!!!

lg

jjvö blogmaster hat gesagt…

Danke für die Frage.

Osae-komi über 15 Sek = Ippon 2P. (12c3)
Punkt12c2 der KR bezieht sich nur auf einen bestimmten Fall und zwar wenn der Kämpfer der fixiert den Festhalter über 10 Sek hält und dann erst seinen Gegner hebelt oder würgt. Dies wären nach den alten int. KR ein Waza ari und ein 3 Punkt Ippon. Dem ist jetzt nicht mehr so.
Wenn es einem Schüler der Alterklasse B gelingen sollte einen Festhalter mit einem korrekt ausgeführten Hebel oder Würger zu kombinieren und über 5 Sek zu halten, dann wird der Kampf mit "Matte gestopt und der Kämpfer erhält einen Ippon (3 Punkte).

Bzgl. Mattenflucht:
Dieser Punkt wird intnational bereits diskutiert. Eine Änderung der Kampfregel auf internationaler Ebene wird es aber voraussichtlich nicht vor den World Games 2009 geben, d.h. die treten frühesten 01/2010 in Kraft. Das Kampfrichterreferat will hier aber nicht vorausgreifen, da diese Änderungen wieder umfangreicher sein werden.

MfG
Christian Beisteiner

Günther hat gesagt…

Na super, alles neu macht der Mai.

Mir ist ja ganz entgangen, das es da auch noch neue Wettkampfregeln gibt.

Ich möchte mal kurz abschweifen.

Im Tae Kwon Do wurde leider noch während meiner aktiven Wettkampfzeit Kopfschutz und Ristschutz vorgeschrieben. Danach war Kämpfen nicht mehr wirklich interessant. Vollkontakt heißt nun mal sich verletzen zu können od. verletzt zu werden. Heute kann ich mir solche Wettkämpfe nicht mehr ansehen, ist einfach furchtbar.

Naja, was Neuerungen so bewirken.

Aber es gibt jetzt auch im Jiu-Jitsu Bestrebungen, Neuerungen einzuführen, die mich nicht glücklich machen.

Meine Einstellung zu den neuen Prüfungsbestimmungen ist ja hinlänglich bekannt, aber beim Studium der neuen Wettkampfregeln, hatte ich wirklich das Gefühl mich verlesen zu haben.

Gelten die nationalen Kampfregeln jetzt nicht mehr?

Eine Kampfdistanz über nur eine Runde finde ich grundsätzlich schwachsinnig, aber das auch für Schüler einzuführen finde ich nicht erstrebenswert.
Das sind Kinder, die haben noch Energie und Spaß am Wettkampf. Manche kommen auch erst in der zweiten Runde voll in Schwung. Wie viele Wettkämpfe wurden nicht schon in der zweiten Runde umgedreht?
Kinder brauchen Motivation und sind keine kleinen Kampfmaschinen, die auf Kommando die volle Leistung abrufen können. Wer das glaubt, hat sich noch nie mit Kindern beschäftigt.


Kurz zu den Alters-/Gewichtsklassen (Abschnitt 7)

Es ist ja grundsätzlich nicht schlecht, dass die Altersgrenzen hier etwas erweitert werden, aber eines ist mir nicht klar, mittlerweile darf man mir 16 wählen gehen aber das Alter für die Kampfklasse ist auf 19 angehoben worden. Sind die Kämpfer unreifer als früher oder ist das lt. internationalen Bestimmungen so?
Und wie sieht es jetzt allgemein mit den Altersgrenzen aus?
Ist das Starten in mehreren Altersklassen noch möglich und wie ist dafür die genaue Definition?

In der Schülerklasse wird es wahrscheinlich etwas schwierig werden in jeder Alters-/Gewichtsklasse die nötige Anzahl an Teilnehmern zu erreichen. Außerdem liegt es meiner Meinung nach in der Verantwortung des Trainers, auch wenn dieser sich nicht staatl. geprüfter Lehrwart od. Trainer nennen darf, Schüler zum Wettkampf zuzulassen oder nicht. Wer glaubt seine Kinder einfach in den Krieg zu schicken darf sich auch nicht über Tränen wundern.

Und da bin ich auch schon beim nächsten Punkt.

Würgen und Hebeln Schüler D, C (Abschnitt 13.b.14)

Hier muss ich Franz Keindl zustimmen der das Verbot von Würgern und Hebeln in den Alterklassen D und C als schwachsinnig erachtet.

Entschuldigung, das ist Kampfsport und Wettkampf. Wem das mittlerweile immer mehr entschärfte Jiu-Jitsu zu hart ist, der soll Schachspielen gehen.

Ja, die Gesellschaft hat sich geändert, jeder will Erfolg, aber ohne Anstrengung und Verletzungen. Vor allem die Eltern wollen nicht sehen, wie ihre Schützlinge untergehen. Tränen sind schon immer geflossen, egal ob Schüler, Jugend oder Kampfklasse. Egal ob männlich oder weiblich! Das ist der Lauf der Dinge. Wer das nicht verkraftet ist hier falsch.
Aber die Kinder können ja gar nichts dafür, die werden ja von Eltern und Trainern zum Wettkampf geführt. Und ich wiederhole mich, wenn ich die Verantwortung den Trainern übertrage. Die sollten in der Lage sein zu beurteilen, ob ein Schüler Wettkampftauglich ist oder nicht.

Ok, ich oute mich als Verfechter alter Werte und Verteidiger nationaler Werte. Das bitte nicht politisch verstehen, damit hab ich nämlich gar nichts am Hut.
Ich wehre mich nur gegen Obrigkeitshörigkeit und vorauseilendem Gehorsam. War schon beim Bundesheer so. ;-)



Aber eine grundsätzliche Frage stelle ich noch in den Raum:

„Müssen wir alles kopieren, weil es der einfachste Weg ist?“



LG,
Günther Gsöll, Tengu

Daniel Hofmann hat gesagt…

Schön dass sich wieder eine rege Diskussion ergibt.
Ich hoffe bei den Trainings und Infotagen, die jetzt angeboten werden, kann einiges geklärt werden.
Meine Meinung zu den neuen Kampfregeln:
1) Kampfzeit: Wollen wir internationale Kämpfer oder nicht? Wenn ja dürfen wir nicht beim Nachwuchs ein (meiner Meinung nach ein recht verstaubtes 70er Style-System, aber das ist eine Geschmackssache) System kämpfen und dann plötzlich mit 15, wo sie eigentlich schon im Jugendkader sein könnten, was anderes.
Außerdem ist es auch möglich, in den zweiten zwei Minuten den Kampf umzudrehen, die Kinder während des Kampfes zu motivieren und in 2 bzw. 3 Minuten Kampfzeit auch zu schwitzen. Oder braucht man unbedingt eine Verschnaufpause? Es ist dann ja alles mehr zusammengepackt. Technik ist gefragt!
2) Würgen: Ist so eine Sache. Aber wenn man von dem Standpunkt ausgeht, dass die Technik entscheidend ist, wird es wurscht, ob mein Gegner blau anläuft und sich dagegen wehrt oder er versucht zu verhindern, dass ich eine Technik korrekt ansetze. Hallo, wir reden hier nur von den 0-8 jährigen!
3) Full Kontakt, Verletzung, Härte: Super, soll sein, muss man genug haben wenn man den Weg des Jiu Jitsu beschreiten will, allein schon weil man bis zum 1. Dan alles trainieren sollte, was unser Jiu ausmacht. Und weil man seinen (max. 8 jährigen) Gegner nicht bewusstlos würgen darf, ist es nicht minder ein Kampfsport. Nur glaube ich, mehr Leute für den Wettkampf motivieren zu können wenn die Regeln die Kämpfer schützen und die Technik in den Vordergrund stellen. So meine Meinung.
4) Und bitte was wird kopiert? Oder spielen wir in Österreich mit einem eckerten Ball, weil wir uns abheben wollen? (Ok, manchmal sieht es so aus als würden unsere Kicker mit Quadern üben) Was ist daran leicht? Widerstand gegen Neuerungen gibt es seit der Steinzeit, längst überfällige Reformen durchzubringen auch ein harter Weg.
Wer sich nicht für die internationalen Regeln oder Meisterschaften interessiert wird auch nicht wissen, dass die Deutschen nicht deshalb so gute Ergebnisse haben weil sie so verflucht viele sind sondern weil bei den Jugendmeisterschaften ein dem internationalen System naher Wettkampf stattfindet und die Jugendarbeit gut ist. Und die Japaner sind höchst erfolgreich im Kopieren und Verbessern sowie an ihre Erfordernisse anzupassen. Vergessen wir nicht: Die Wurzeln des Jiu Jitsu kommen aus Japan, aber die haben das meiste aus China geholt, kopiert, angepasst. Schlecht?

Bin gespannt auf weitere Blogs, das Thema ist so schön unerschöpflich und vor allem von persönlichen Meinungen und Vorlieben abhängig, dass es sicher noch einiges zu sagen gibt!
Und wer gute Ideen hat oder Unzufrieden ist: Bitte, im Verband ist man über Mitarbeiter mit Energie und Intelligenz froh! Es gibt genug zu tun!

LG, Daniel Hofmann
JJR Tsunami Alt Erlaa

Daniel Hofmann hat gesagt…
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